Großsegel North Sails San Diego

Das Großsegel wird primär über Traveller, Backstag, Großschot, Cunningham, Unterliekstrecker (Outhaul) und Baumniederholer (Vang) gesteuert. Jedes dieser Elemente beeinflusst die Segelform — und damit Speed und Höhe.

↔️
Unterliekstrecker (Outhaul)
Steuert die Bauchtiefe im unteren Großsegeldrittel
💨 0–4 kn
Position
13 mm locker
Klew 13 mm vor dem Schwarzen Band
Mehr Bauch = mehr Power in Leichtwind. Das Segel darf richtig voll sein.
🌬 4+ kn
Position
Am Band
Klew exakt am Schwarzen Band
Ab 4 kn Outhaul ganz auf das Band — das Segel wird flacher und schneller.
↕️
Cunningham (Vorliekstrecker)
Verschiebt den Windbauch nach vorne, flacht das Vorliek
💨 0–12 kn
Einstellung
Komplett los
🌬 12+ kn
Einstellung
Anziehen bis Falten weg
Vorliek soll gerade ohne Querfalten sein
Cunningham niemals zu früh anziehen — es flacht das Segel, was in Leichtwind zu Speedverlust führt.
⬇️
Baumniederholer (Vang)
Kontrolliert den Baum am Wind und Raumschots
💨 0–8 kn am Wind
Einstellung
Locker
In Leichtwind Vang komplett los lassen — das Großsegel muss die Möglichkeit haben, oben auszudrehen.
🌬 8–15 kn am Wind
Einstellung
Ganzen Lose wegnehmen
Kein Durchhänger, aber kein fester Zug
💥 15+ kn am Wind
Einstellung
Sehr fest
Baum darf bei Großschot-Fieren nicht hochsteigen
Im starken Wind ist der Vang wichtig: Wenn ihr die Schot beim Böenreiter fiert, verhindert der Vang, dass der Baum hochschlägt und Druck verloren geht.
🎈 Raumschots / Vorwind
Einstellung
Topbatten parallel zum Baum
Topbatten soll nicht nach Lee abknicken
↔️
Traveller (Großschienenwagen)
Steuert den Anstellwinkel des Großsegels zur Mittellinie
💨 0–6 kn
Position
Ganz nach Luv
Volle Höhe fahren. Boot möglichst flach halten durch Crew-Gewicht.
🌬 7–12 kn
Position
75–100 mm von oben gefiert
🌬 12–18 kn
Position
Mitte der Schiene
Backstag
½ bis ¾ rein
Sobald die ganze Crew an der Reling mit Beinen draußen hängt → Traveller 50 mm fieren. Dann weiter fieren bis Mitte um Boot flach zu halten.
💥 18+ kn
Position
50–75 mm unter Mitte
Backstag
Voll rein
Traveller nie unter ¾ des Weges nach Lee fahren. Wenn nötig: mehr Backstag statt Traveller weiter fieren.
Vollständige Einstellungstabelle
Wind (kn) Traveller Backstag Topbatten
0–6Ganz LuvLos3° geschlossen
7–1275–100 mm unter Mitte¼ rein3° geschl. bis parallel
12–18Mitte½–¾ reinParallel bis 3° offen
18+50 mm unter MitteVoll3–6° offen
📐
Backstag
Kontrolliert Mastbiegung, Vorstag-Spannung und damit Segelbauch
Wichtigste Regel: Das Backstag ist euer wichtigstes Depowering-Werkzeug. Es flacht gleichzeitig Groß UND Genua ab, indem es das Vorstag strafft.
0–8 kn
Komplett los
8–12 kn
Langsam anziehen
Proportional zur Windstärke dosieren
12–18 kn
½ bis ¾ rein
18+ kn
Voll rein
Blöcke ganz unten bis an den Pushpit
Vorwind
Komplett los
Außer über 20 kn: dann ½ drin lassen
Feinabstimmung: Schon 25–50 mm mehr oder weniger Backstag haben einen großen Effekt. Immer auch die Backstag-Wantenschrauben mitdrehen (ca. 6 Umdrehungen je Stufe)!
🪢
Großschot
Leechspannung und Topbatten-Winkel
💨 0–10 kn
Schot so anziehen, dass der Topbatten parallel zum Baum steht. Der oberste Wollfaden (Telltale) soll 50–60 % der Zeit fliegen. Der Rest der Zeit leicht angestrichen.
🌬 10+ kn
Topbatten-Wollfaden soll jederzeit fliegen. Das Segel wird oben durch das Backstag flacher, sodass mehr Schot-Spannung nötig ist.

Genua North Sails San Diego

Die Genua ist das wichtigste Vortriebssegel am Wind. Sie wird über Fall, Schot und Leitwagen gesteuert. Alle drei hängen eng zusammen — Fehler bei einem zerstören die Wirkung der anderen beiden.

🪢
Genuafall
Steuert die Vorliek-Spannung und damit die Tiefe des Segels
💨 0–6 kn
Einstellung
Locker — leichte Falten sichtbar
Kleine Beulen zwischen den Hanks sind ok
In Leichtwind ist ein zu straffes Fall schlimmer als ein zu lockeres. Locker = mehr Bauch = mehr Power.
🌬 7–13 kn
Einstellung
Gerade glatt
Letzte Falte gerade verschwunden
💥 14+ kn
Einstellung
Straff / Tight
Vorliek komplett stramm
Profi-Tipp: Markiert das Fall mit halben-Zentimeter-Markierungen in der Nähe des Belegnagels/Stoppers. So könnt ihr bei jeder Regatta exakt auf dieselbe Einstellung zurückgehen.
🛤️
Genuaschiene (Leitwagen)
Steuert den Leek-Twist und damit Höhe vs. Speed
Neutrale Position finden: Bei 4–8 kn Schot einziehen und Leitwagen so positionieren, dass das Segel die Spreaderenden und die Rüsteisen/Kettenglieder gleichzeitig berührt. Das ist eure Nullreferenz. Diese Position markieren!
Wichtig: Zwischen jedem Werksloch im Genuatrack 2 extra Löcher bohren — die Standard-Abstände sind zu groß für feines Tuning!
💨 0–6 kn, flaches Wasser
Position
1 Loch achtern von Neutral
Segel etwas dicht kommen lassen
💨 0–6 kn, Welle
Position
Neutral
🌬 7–13 kn, flaches Wasser
Position
Neutral
🌬 7–13 kn, Welle
Position
1–2 Löcher voraus von Neutral
💥 14–18 kn, Welle
Position
1–2 Löcher voraus von Neutral
💥 18+ kn, Welle
Position
Neutral
🔱
Genuaschot — Abstand zum Spreader
Wie weit kommt die Genua rein? Gemessen am Spreaderend
Grundregel: Das Segel kommt NIE näher als 25 mm ans Spreaderend ran. Klebt Markierungen bei 50 mm und 150 mm am Spreader auf — dann kann der Trimmer auf einen Blick ablesen wo er steht.
💨 0–6 kn, flach
Abstand Spreader
75–100 mm
💨 0–6 kn, Welle
Abstand Spreader
75–150 mm
🌬 7–13 kn, flach
Abstand Spreader
50–75 mm
🌬 7–13 kn, Welle
Abstand Spreader
50–100 mm
💥 14–18 kn, Welle
Abstand Spreader
100–150 mm
💥 18+ kn
Abstand Spreader
150–200 mm
Schot laufend anpassen! Mit jeder Windstärken-Änderung muss der Trimmer die Schot nachregeln. Das ist eine der aktivsten Jobs am Boot.

Fock (Class Jib) North Sails San Diego

Die Fock wird ab ca. 18–20 kn gesetzt, abhängig vom Crew-Gewicht. Sie ist kleiner und einfacher zu handhaben als die Genua, braucht aber trotzdem präzises Trimmen.

📍
Leitwagen-Position
Ausgangspunkt und Feinjustierung
Startpunkt: Fock-Leitwagen auf gleicher Höhe wie die Kettenglieder (Rüsteisen). Von dort aus feinjustieren.
Wie die richtige Position erkennen? Die Fock soll von oben und unten gleichmäßig anschlagen (Strömungsabriss). Schlägt sie oben zuerst an → Wagen nach vorne. Schlägt sie unten zuerst an → Wagen nach hinten.
Auch hier: Zwischen Werkslöchern 2 Extralöcher bohren — Standard-Abstände zu grob für Feinabstimmung!
🪢
Fall & Schot
Fock verhält sich anders als die Genua
Fall
Das Vorliek der Fock soll immer glatt und faltenfrei sein — im Gegensatz zur Genua, die in Leichtwind leicht Falten haben darf. Auch im starken Wind Vorliek nicht überspannen.
Schot
Feinabstimmung über Schot: Die Fock wird genutzt, um das Steuer auszubalancieren.

Boot dreht zu viel in den Wind (Luv-Gier) → Schot etwas dichter kommen lassen.
Boot dreht zu sehr aus dem Wind (Lee-Gier) → Schot etwas fieren.

Wegen des hohen Seitenverhältnisses der Fock reichen schon 10–15 mm Unterschied.

Spinnaker North Sails San Diego

Der Spinnaker ist das anspruchsvollste Segel — und das, das am meisten Zeit und Plätze gewinnt oder verliert. Hier zählt vor allem Kommunikation zwischen Helmsman, Trimmer und Bugmann.

🏗️
Grundeinstellung Baum & Höhe
Die Basis für alle Bedingungen
Hissposition
Immer voll hoch
Spinnakerfall: voller Hoch zu jeder Zeit
Luvkante (Curl)
50–100 mm Einroller
Luvseite soll leicht einrollen
Baumring
Oberer Ring für die meisten Bedingungen
Bei Langsamfahrt: Pol etwas höher versuchen
Clew-Höhe: Das äußere Baumende soll auf gleicher Höhe sein wie der freifließende Lee-Flock. Baumpositionen immer in 25-mm-Schritten ändern — das hat große Wirkung.
Baumwinkel: Den Baum so weit nach achtern ziehen, bis er senkrecht zum scheinbaren Wind steht.
Niemals: Den Flock des Spinnakers über das Vorstag hinausgehen lassen — Kontrollverlust droht.
💨
Vorwind-Trimm nach Windstärke
Winkel, Höhe, Kommunikation
💨 Leichtwind (0–8 kn)
Kurs: So tief wie möglich fahren, solange Druck im Segel bleibt. Trimmer und Helm kommunizieren ständig über Schot-Spannung. Baum NICHT zu weit achtern — das flacht den Spinnaker.

In Windschwächeln besser etwas höher (bis zu 10°), um Fahrt zu halten.
💥 Starkwind (8+ kn)
Kurs: Gerade Vorwindkurse mit Rollen nach Luv vermeiden. Baum nicht zu weit achtern → gibt dem Spinnaker mehr Stabilität.

Crew-Gewicht auf Lee-Seite halten, um Rollen zu verhindern. Vor großen Böen: Bugmann warnt frühzeitig!
🌊 Wellen surfen
Helmsman und Trimmer pumpen synchron: Helm holt Welle, Trimmer pumpt Schot in diesem Moment mit. Crew drückt gegen Luvwant. Nur bei echtem Surfen erlaubt!
📦
Spinnaker packen & Launching Bag
Vorbereitung = halbe Arbeit
Empfehlung: Tiefen Cockpit-Launching-Bag verwenden. Der Spinnaker wird von oben nach unten eingepackt, sodass die Eken (Clews) und das Hals-Auge oben liegen und sofort zugänglich sind.
Alle Risse und offene Nähte sofort reparieren. Der Spinnaker wird gefaltet gelagert, nicht gerollt.

Crew-Positionen North Sails

Das J/24 segelt sich am besten mit 5 Personen. Max. erlaubtes Crew-Gewicht: 400 kg. Jeder hat klare Aufgaben — je weniger ihr reden müsst, desto schneller seid ihr.

🎯
1. Helm (Steuermann/Steuerfrau)
Steuer · Großsegel · Traveller · Backstag
Position: Achtern · Gewicht: beliebig
Am Wind
  • Steuert das Boot und trimmt gleichzeitig Großsegel + Traveller
  • Bedient in Böen das Backstag — kleine Anpassungen (25–50 mm) können große Wirkung haben
  • Dreht in Böen leicht in den Wind (ankommen) statt sofort zu fieren — spart Weg
  • Fragt laufend den Trimmer nach Speed-Mode: "Sind wir höher oder schneller als die anderen?"
  • Hält das Boot so flach wie möglich — Krängung kostet Speed
Vorwind
  • Kommuniziert ständig mit dem Spinnaker-Trimmer über Windpressung
  • Warnt Crew vor großen Wellen oder Böen — damit alle bereit sind
  • Beim Wellenreiten: synchron mit Trimmer pumpen
Mental & Leadership
  • Wenig Worte, aber die richtigen — irrelevante Gespräche an Bord unterbinden
  • Holt aktiv Input von der Crew: Windpuffs, Wellen, andere Boote
  • Beim Start: auf der vordersten Reihe sein — Trimmer zählen die Sekunden runter
Der Helm auf dem J/24 ist besonders: Du steuerst UND trimmst Groß gleichzeitig. Das ist ungewohnt, aber nach ein paar Rennen wird es zur zweiten Natur.
💪
2. Trimmer (Genua/Spinnaker)
Genuaschot · Spinnakerschot · Speed-Feedback
Position: Cockpit Mitte-achtern · Gewicht: kräftig bevorzugt
Am Wind
  • Hält Genuaschot mit ständigen kleinen Korrekturen optimal — niemals fest belegen und vergessen
  • Beobachtet permanent den Abstand der Genua zum Spreaderend: Referenzmarkierungen auf dem Spreader nutzen
  • Meldet dem Helm ob wir im Speed-Mode oder Höhen-Mode unterwegs sind
  • Beim Wenden: Schot auf der neuen Seite so schnell wie möglich dichtholen — das ist oft der Engpass
Vorwind
  • Trimmt den Spinnaker laufend: Luvkante soll immer leicht einrollen (50–100 mm)
  • Kommuniziert mit Helm über Druck im Segel
  • Beim Hissen: Schot in der Hand, sofort trimmen sobald der Spinnaker steigt
  • Beim Bergen: Spinnaker über die Schot hereinziehen
Tacking auf dem J/24 ist Speed und Kraft — der Trimmer muss auf der neuen Seite sofort auf volle Spannung kommen. Ratschen-Umlenkblöcke am Genuatrack sind ein großer Vorteil!
🧠
3. Tank Commander (Mitte / Taktiker)
Taktik · Guy · Spinnaker bei Halse · schwerste Person an Bord
Position: Breiteste Stelle des Cockpits · Gewicht: möglichst schwer
Am Wind
  • Sitzt weit draußen — maximales Gewicht auf der Luvseite ist das Ziel
  • Beobachtet die Konkurrenz, Windshift, Puffs und ruft dem Helm relevante Infos zu
  • Taktische Entscheidungen: Wann wenden, wo auf dem Kurs sein
  • Bedient Cunningham und Outhaul bei Bedarf
Vorwind / Spinnaker-Manöver
  • Beim Hissen (Starkwind): hält den Guy, damit der Spinnaker kontrolliert gefahren wird
  • Beim Bergen: zieht den Spinnaker ins Boot
  • Übernimmt Topp-Lift beim Baummanöver
  • Kann bei der Halse den Baum durchhalsen helfen
Der Tank Commander ist oft der entscheidende Faktor: Er/sie ist die schwerste Person, sitzt an der besten Hebelstelle, und hat den besten Überblick über das Feld.
⚙️
4. Mastmann
Inneres Baumende · Halyards · Reef · Unterstützung Bugmann
Position: Mast bis Cockpit · Gewicht: mittel
Am Wind
  • Hängt am Luvwant weit draußen
  • Bedient alle Halyards: Groß-, Genua-, Spinnakerfalls
  • Verantwortlich für Reef-Manöver
Vorwind / Manöver
  • Beim Hissen: hält Topp-Lift, bedient inneres Baumende (Mastbeschlag)
  • Bei der Halse: dreht das innere Baumende durch den Mast
  • Unterstützt den Bugmann beim Packen und Bergen
  • Beim Markenrunden: kommt dem Bugmann nach vorne zu Hilfe
Bei 99% aller missglückten Halsen liegt das Problem NICHT beim Bugmann, sondern daran, dass der Trimmer den Guy zu früh fiert und der Mastmann kämpfen muss. Kommunikation ist alles.
🏄
5. Bugmann (Foredeck)
Baum · Halyards · Spinnaker-Set/Douse · Vorwacht
Position: Bug · Gewicht: beliebig (Kraft ist wichtiger als Leichtigkeit)
Am Wind
  • Ruft Startlinie an: "Wie weit sind wir weg?" — der Bugmann sieht das am besten
  • Ruft Wellen und Steuerbord-Boote an, die auf Kollisionskurs kommen
  • Hängt weit draußen am Luvwant
  • Hält Spinnaker vorgepackt und bereit
  • Spinnakerbaum am Vorstag befestigt lassen (upwind bereit für das Set)
Spinnaker setzen (Luvwende-Tonne)
  • Ca. 2 Bootslängen vor der Tonne: Spinnaker aus dem Bag nach Lee führen
  • Baum einhängen (Mastbeschlag), dann äußeres Ende mit Luvschot verbinden
  • Bugmann geht auf Spinnakerfallseite (Lee) und wartet auf Rufzeichen
  • Ruft "Klar!" wenn alles bereit ist
Spinnaker bergen (Lee-Wende-Tonne)
  • Baum lösen sobald der Spinnaker depowert ist
  • Hals los, dann Fall langsam einholen
  • Spinnaker durch die Luke oder über die Kajüte ins Boot ziehen
  • Baum an Vorstag ablegen für den nächsten Schenkel
Profi-Tipp: Einen bridle-losen Carbon- oder Taperalu-Baum verwenden mit Topp-Lift, die am Baum-Mittelpunkt befestigt ist. Der Bugmann kann ihn dann einhaken und aushaken, ohne auf Hilfe vom Mastmann warten zu müssen.

Manöver

Gute Manöver kosten keine Plätze. Schlechte kosten viele. Hier sind die Schritte für jeden kritischen Moment — mit klarer Rollenzuteilung.

Wende (Tack)

Am Wind · alle Windstärken
1
Helm
Ankündigung: "Bereit zum Wenden?"
2
Crew
Bestätigung: "Bereit!" — jeder hält kurz inne.
3
Helm
Ruder ruhig und gleichmäßig in den Wind legen — nicht reißen. Traveller etwas nachgeben.
4
Trimmer
Fiert die alte Genuaschot wenn der Bug durch den Wind geht. Neue Schot so schnell wie möglich dichtholen — das ist der Engpass!
5
Alle
Seite wechseln — nicht warten bis das Boot fertig gewendet hat. Schon beim Drehen wechseln.
6
Helm
Erst wenn Fahrt wieder aufgebaut → Traveller wieder nach Luv holen. Nicht zu früh: Groß darf die Ruderwirkung nicht übermannen.
Nach der Wende kurz etwas tiefer fahren ("foot"), um Speed aufzubauen — dann erst wieder auf die höchste Linie zurück.

Halse (Gybe)

Vorwind · besonders bei Starkwind kritisch
1
Helm
"Bereit zur Halse?" — Crew bestätigt.
2
Trimmer
Traveller zum Mittschiffs holen. Großschot bereit zum schnellen Fieren.
3
Bugmann
Hält sich bereit, den Spinnakerbaum durchzuhalsen.
4
Helm
Dreht das Boot sanft durch. Kein ruckartiges Reißen — ruhige Kurve. Gleichzeitig Großschot kurz sammeln und dann kontrolliert auf die neue Seite fieren.
5
Mastmann + Bugmann
Baum durchhalsen: Mastmann dreht inneres Ende durch den Mast. Bugmann hakt auf der neuen Luvseite ein.
6
Trimmer
Fiert den alten Guy und zieht den neuen Guy ein — koordiniert mit dem Bugmann. Nicht zu früh fieren!
Schlechte Halsen passieren fast immer weil der Trimmer den Guy zu früh fiert — nicht weil der Bugmann langsam ist. Timing ist alles.
Sanfte Gybes schonen das Material. Lieber 1 Sekunde länger, dafür kontrolliert.

Luvwende-Marke (Kite hissen)

Vom Am-Wind auf Vorwindkurs
1
Alle
Ca. 3 Bootslängen vor der Marke: jeder kennt seinen Job. Letzte Absprache.
2
Trimmer
Führt den Spinnaker aus dem Bag nach Lee — aber noch ohne zu hissen.
3
Bugmann
Baum einhängen: zuerst Mastbeschlag (innen), dann Luvschot ans äußere Ende. "Klar zum Hissen!"
4
Mastmann
Hisst das Spinnakerfal zügig auf volle Höhe.
5
Trimmer
Sobald Kite oben: sofort Schot trimmen. Segel füllt und übernimmt.
6
Trimmer
Genua einrollen oder ablegen.

Leewende-Marke (Kite bergen)

Vom Vorwindkurs auf Am-Wind
1
Alle
2 Bootslängen vor der Marke: Genua bereit machen. Letzte Absprache.
2
Trimmer
Beginnt Spinnaker-Schot zu fieren um das Segel zu deponieren.
3
Bugmann
Baum lösen (äußeres Ende). Dann Hals (Tack) lösen.
4
Mastmann
Spinnakerfal langsam einholen — kontrolliert, nicht ruckartig.
5
Alle
Spinnaker durch die Luke oder hinter dem Groß ins Boot ziehen. Keinen Meter ins Wasser!
6
Helm
Marke runden, Genua holen, Backstag anziehen, Traveller raus.
Wer die Markenrundung 3 Sekunden schneller schafft als der Gegner gewinnt im Verlauf eines Rennens oft 2–3 Bootslängen.

Kommunikation & Mindset North Sails

Die schnellste Crew spricht am wenigsten — aber das Richtige, zur richtigen Zeit. Kommunikation ist eine Fertigkeit, die man trainieren muss.

📻
Pflicht-Calls — wann wer was ruft
SituationWer ruftWas
Böe kommtBugmann / Tank"Böe, 10 Sek!"
Windloch kommtTank Commander"Flaute, 30 Sek"
Vor dem WendenHelm"Bereit zum Wenden?"
BereitAlle / Trimmer"Bereit!"
Wenden jetztHelm"Ree!"
Vor der HalseHelm"Bereit zur Halse?"
Spinnaker klarBugmann"Klar zum Hissen!"
Steuerbord-BootBugmann"Steuerbord! 5 Längen!"
StartlinieBugmann"Wir sind früh / gut / spät"
Speed-FeedbackTrimmer"Wir sind hoch / schnell / gut"
🧠
Mindset: Was die Weltspitze anders macht
  • Immer über "uns" reden, nie über "ich": "Sind wir schneller oder höher als die anderen?"
  • Keine irrelevanten Gespräche während des Rennens — der Helm verliert die Konzentration
  • Fehler sofort zugeben und weitermachen — nicht analysieren während des Rennens
  • Positiv kommunizieren: Statt "Zu spät gewendet!""Nächste Wende 10 Meter früher"
  • Boot so flach wie möglich — jeder Grad Krängung kostet Speed und Höhe
  • Zwischen Rennen: Backstag und Wanten anpassen (im Rennen nicht erlaubt)
  • Immer möglichst nah am Max-Gewichtslimit segeln: 400 kg
  • Jeder ist taktisch mitdenken, nicht nur der Tank Commander
🏆
Weltmeister-Tipps: Alex Saldanha (Bruschetta)
Taktiker des 4-fachen J/24 Weltmeisters — Quelle: Sailing World
  • Segelt nie allein an der Spitze — immer im "Sandwich" zwischen anderen schnellen Booten
  • Weiß bei jeder Wende genau warum sie wendet — nie aus Langeweile oder Nervosität
  • Der Taktiker macht die Entscheidungen, der Helm und die Crew führen sie aus
  • Hausaufgaben zwischen Rennen: welche Seite des Kurses war heute schnell? Warum?
  • Große Flotten-Management-Regel: Vermeide immer die schlechte Seite — nicht die beste suchen
Beim Debrief nach dem Rennen: Nicht über "wer hat Fehler gemacht" reden, sondern: "Was hat funktioniert, was würden wir nächstes Mal anders machen?"
Quelle